09 Dez 2015

Newsletter Tipp 1 – 4.Qu2015

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Grunderwerbssteuer 2016

Grunderwerbsteuer NEU – Wann ist wirklich Eile geboten?“

Bekanntlich bringt das Steuerreformgesetz 2015/2016 – StRefG 2015/2016 (BGBl. I Nr. 118/2015) – mit welchem unter anderem das Grunderwerbsteuergesetz 1987 geändert wird, umfangreiche Änderungen im Zusammenhang mit Übertragungen von Immobilien (Häusern, Wohnungen, Grundstücken) innerhalb der Familie etwa durch Schenkungen oder Erbschaften. Innerhalb der Familie (wozu die in § 26a Abs 1 Z 1 GGG genannten Angehörigen zählen) werden Übertragungen von Immobilien ab 01.01.2016 größtenteils empfindlich teurer. Dies, zumal dann die Grunderwerbsteuer vom Grundstückswert progressiv mit

0,5 % von den ersten € 250.000,00
2,0 % von den nächsten € 150.000,00
sowie 3,5 % vom darüber hinaus gehenden Wert

berechnet wird.

Wann es besser ist zu warten?

Allerdings gibt es auch Konstellationen, bei denen die effektive Grunderwerbsteuerbelastung künftig (somit bei einer Übertragung auch nach dem 31.12.2015) sogar geringer sein kann:

  1. Bei Immobilien/Grundstücken, deren Grundstückswert unter € 250.000,00 liegt, muss nach dem 31.12.2015 “nur noch” 0,5 % Grunderwerbsteuer vom Grundstückswert bezahlt werden (anstelle der bisherigen 2 % bei einer Übertragung innerhalb der Familie bzw 3,5 % bei einer Übertragung außerhalb).
  2. Da der “Familienkreis” ab 01.01.2016 breiter als bisher sein wird, könnte es bei einer unentgeltlichen Übertragung (Schenkung, Erbschaft) an Personen außerhalb des bisher eingefassten Familienkreises (beispielsweise an Geschwister, Nichten, Neffen oder Verschwägerte) ebenfalls zu einer Steuerentlastung kommen. Hier galten bisher 3,5 % vom Verkehrswert, zumal für außerfamiläre Übertragungen der Einheitswert bereits abgeschafft wurde. Ab dem 01.01.2016 werden es nun bis € 250.000,00 Grundstückswert nur noch 0,5 % sein.
  3. Bei Schenkung einer hochpreisigen Immobilie an mehrere Personen könnte es bei einer Übertragung nach dem 31.12.2015 ebenfalls zu einer Steuerersparnis kommen. Dies unter der Voraussetzung, dass alle unter der € 250.000,00-Grenze bleiben und somit jeder (gesondert zu betrachtende) Steuervorgang mit 0,5 % (statt mit 2 % innerhalb der Familie) besteuert wird. Gleiches gilt auch für einen Todesfalls, bei dem an mehrere Personen vererbt wird.
  4. Letztlich kann es bei unentgeltlichen Übertragungen im Familienkreis unter der Voraussetzung, dass auch eine Schuld bzw Belastung mitübertragen wird (zB ein Haus mit Pfandrecht, eine Wohnung mit Fruchtgenussrecht, etc) zu einem geringeren Steueranfall kommen. Dies, zumal Erwerbsvorgänge im Familienverband ab 01.01.2016 immer als unentgeltlich angesehen werden, mit der Folge, dass der günstigere Staffelzinssatz für das gesamte Grundstück gilt.

Wie ersichtlich, sollten keine voreiligen Aktionen zum Thema “Grunderwerbsteuer NEU” gesetzt werden, sondern empfiehlt sich eine individuelle Betrachtungsweise und Beratung.

Fallkonstellationen: 

Fall: Grundstückswert unter € 250.000,00 Übertragung im Familienkreis
Lösung: 0,5 % vom Grundstückswert können geringer sein als 2 % vom 3fachen Einheitswert

Fall: Grundstückswert unter € 400.000,00 Schenkung außerhalb des Familienkreises
Lösung: 0,5 % bzw 2 % vom Grundstückswert sind meist geringer als 3,5 % vom Verkehrswert

Fall: Schenkungen an zB Geschwister, Nichten, Neffen, etc
Lösung: Da diese ab 01.01.2016 nun auch zum Familienkreis gehören

Fall: Unentgeltliche Übertragung an mehrere pro Person max. € 250.000,00 Übertragung im Familienkreis
Lösung: 0,5 % vom Grundstückswert können geringer sein als 2 % vom 3fachen Einheitswert

Fall: Schenkungen an mehrere Personen pro Person max. € 400.000,00 Schenkung außerhalb des Familienkreises
Lösung: 0,5 % bzw 2 % vom Grundstückswert sind meist geringer als 3,5 % vom Verkehrswert

Fall: Übertragung mit Gegenleistung im Familienverband
Lösung: Da alle Übertragungen im Familienverband ab 01.01.2016 als unentgeltlich zu werten sind

 

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