01 Jul 2016

Newsletter Beitrag 6 – 2.Qu2016

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5 Ob 14/16v vom 23.02.2016

“§ 34 WEG 2002 – Abrechnung des Verwalters”

Gemäß § 20 Abs 3 WEG hat der (Haus-)Verwalter den Wohnungseigentümern nach den Regelungen des § 34 WEG eine ordentliche und richtige Abrechnung zu legen. Dies impliziert nicht nur eine rechnerisch richtige, vollständige und plausible Abrechnung, sondern hat diese darüber hinaus in den einzelnen Positionen vielmehr auch den gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen des Rechtsverhältnisses zwischen den Wohnungseigentümern und dem Verwalter zu entsprechen. Ergebnis der Abrechnung muss daher das tatsächlich Geschuldete sein.

Demnach hat die Abrechnung jeweils all die Liegenschaft betreffenden Geldflüsse zu bezeichnen sowie alle Einnahmen- und Ausgabenposten detailliert und aufgeschlüsselt anzugeben. Konsequenterweise haben die Wohnungseigentümer nicht nur Anspruch auf eine formell, sondern auch eine materiell vollständige Abrechnung, welchem Umstand der (Haus-)Verwalter nachzukommen hat.

Bezweifelt ein Wohnungseigentümer die Richtigkeit der Abrechnung bzw wird die Behauptung aufgestellt, dass die Abrechnung bestimmte Einnahmen oder Ausgaben vermissen lässt, kann er die Einleitung eines außerstreitigen Verfahrens beantragen, im Rahmen dessen die Abrechnung dann sowohl auf dessen formelle, als auch dessen inhaltliche Richtigkeit zu überprüfen ist. Jener Wohnungseigentümer, der ein derartiges Verfahren zur Überprüfung einer Verwaltungsabrechnung einleitet, muss allerdings bereits im Antrag – dieser Entscheidung folgend – angeben, was an der zu überprüfenden Abrechnung moniert wird. Sofern der Antrag diese detaillierten Ausführungen vermissen lässt, hat das Gericht den Wohnungseigentümer (als “zweite Chance”) anzuleiten, die Beschwerdepunkte entsprechend zu (be)nennen bzw zu konkretisieren.

 

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