24 Aug 2011

Zuspruch eines Schmerzensgeldes i.H.v. EUR 150.000 und einer Verunstaltungsentschädigung i.H.v. EUR 15.000 für ein wegen eines Behandlungsfehlers erblindetes Kind (OGH vom 24.08.2011, 3 Ob 128/11m)

Beim Kläger wurde aufgrund einer nach der Geburt festgestellten Veränderung im Bereich seiner Augen eine engmaschige Kontrolle festgesetzt. Dieser Anweisung ist man jedoch im Krankenhaus der beklagten Partei nicht nachgekommen, sodass der Kläger in weiterer Folge erblindet ist. Es wurde festgestellt, dass es bei einer engmaschigen Kontrolle und einer umgehenden Behandlung mit etwa 60% wahrscheinlich gewesen wäre, dass dem Kläger eine Sehschärfe von 20% – 40 % verblieben wäre, wobei die Entwicklung eines Kindes mit einem Sehvermögen zwischen 20% und 40 % nahezu parallel zu der eines nicht sehbehinderten Kindes verläuft. Die gebotene Behandlung hätte den Schaden daher verhindern können.

Unter Berücksichtigung der speziellen Umstände des Einzelfalles, nämlich, dass der Kläger den Verlust des Sehvermögens von Geburt an zu erleiden hatte, womit gravierende Nachteile in der persönlichen Entwicklung einhergehen, die in der Folge auch zu beträchtlichen psychischen Beeinträchtigungen der Lebensperspektiven führen, die über den Umstand der Blindheit als körperliche Beeinträchtigung hinausgehen, hat der Oberste Gerichtshof den Zuspruch eines Schmerzengeldes iHv EUR 150.000 und einer Verunstaltungsentschädigung iHv EUR 15.000 als angemessen erachtet.

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