17 Jan 2012

Haftung des Anlageberaters und Mitverschulden des Kunden (OGH 17.01.2012, 5 Ob 246/11d)

In dem der gegenständlichen Entscheidung zugrunde liegenden Sachverhalt hat der Kläger Zeichnungsscheine unterfertigt, ohne jedoch die ihm im Zuge des Vertragsabschlusses  vorgelegten Informationsblätter durchzulesen, worin verständlich auf die möglichen, mit der gewählten Anlageform verbundenen Risiken hingewiesen wurde. Dazu kommt, dass auch der Anlageberater selbst auf mögliche Währungs- und Zinsrisiken hingewiesen hat, sodass nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes für den Kläger Anlass bestanden hätte, näher zu hinterfragen, ob das gewählte Modell die von ihm eigentlich gewünschte risikolose Anlageform darstellt. In der Nichtbeachtung des übergebenen Informationsmaterials trotz ausdrücklicher Risikohinweise des Anlageberaters liegt eine Sorglosigkeit in eigenen Angelegenheiten, welche ein Mitverschulden des Klägers begründet.

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